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Das Spiegelkabinett

Die verzerrte Welt deiner Kindheit –

und wie du heute wieder zu dir findest

Diese Gefühle sind nicht „typisch du“.
Sie sind das Ergebnis dessen, was in deiner Kindheit passiert ist:

Eine narzisstisch geprägte Familie ist immer ein Ort emotionalen Missbrauchs.
Und fast immer ein Ort emotionaler Vernachlässigung.

Viele Frauen, die in narzisstischen Familien groß geworden sind, spüren ein Leben lang ein inneres Ziehen. Unsicherheit. Scham. Selbstzweifel. Anspannung. Das Gefühl, falsch zu sein oder zu viel.

Emotionale Vernachlässigung heißt:
Ein Kind wird emotional im Stich gelassen – genau in den Momenten, in denen es Halt bräuchte.

Der Körper eines Kindes kann das nicht benennen. Er reagiert mit Überleben.

Was im Spiegelkabinett geschieht

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Nicht jede Familie zeigt jedes Muster.
Aber folgende Dynamiken sind typisch und verletzend:

  • emotionale Vernachlässigung – niemand hält deine Gefühle     

  • emotionaler Missbrauch – Beschämung, Abwertung, psychischer Druck

  • Gaslighting – du lernst, dir selbst zu misstrauen

  • Schuldumkehr – du wirst verantwortlich gemacht für Stimmungen der Erwachsenen

  • Scham als Kontrolle – du wirst klein gehalten

  • Parentifizierung – du trägst Emotionen, die Erwachsene tragen müssten

  • Nähe nur gegen Leistung – Zuwendung ist an Bedingungen geknüpft

  • ständige Unsicherheit – kein verlässlicher emotionaler Boden

Das hinterlässt Spuren. Nicht nur in Gedanken. Sondern im Körper.

  • Der Körper speichert:

  • Atem flach halten.

  • Schultern hochziehen.

  • Gefühle zurückhalten.

  • Wachsam bleiben.

  • Alles lesen, um Gefahren vorzubeugen.

Das ist kein Charakter. Das ist Trauma.

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Was das Spiegelkabinett wirklich ist

Die verzerrte Welt, in der du dich nie selbst sehen konntest

Ein Spiegelkabinett ist ein Raum voller Spiegel, die dich verzerren.
Du siehst nie dich.
Du siehst eine Version deiner selbst, die nicht stimmt.

Übertragen auf die Kindheit heißt das:

Du hast nie ein echtes Gegenüber erlebt.
Du hast Reaktionen bekommen, die nichts mit deinem Wesen zu tun hatten –
aber dein Körper musste sie ernst nehmen.

 

Das ist die Logik des Spiegelkabinetts:

  1. Du bekommst kein klares Spiegelbild.
    Die Reaktionen der Erwachsenen zeigten nicht dich.
    Sie zeigten ihre Angst, Scham, Überforderung oder Leere.


   2. Alles, was zurückkommt, ist verzerrt.

      Du wirst gelobt, wenn du funktionierst.
      Abgewertet, wenn du fühlst.
      Schuldgefühle, wenn du dich abgrenzt.
      Nähe, die kippt, sobald du sie brauchst.

    3. Du passt dich der Verzerrung an.
        Nicht, weil du wolltest.
        Weil du als Kind keine andere Wahl hattest.

    4. Die Verzerrung wird zu deinem inneren Bild.
        Nach Jahren im Spiegelkabinett fühlt sich die

        Verzerrung echter an als du selbst.

     5. Der Körper übernimmt die Logik.
        Er geht davon aus:
        Sicherheit ist unsicher.
        Nähe ist unberechenbar.
        Ich muss wachsam bleiben.

Das Spiegelkabinett fühlt sich von innen logisch an.
Denn es war deine ganze Welt.

Wie das Spiegelkabinett im Erwachsenenleben weiterwirkt

Der Überlebensmodus, der sich als Persönlichkeit ausgibt

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Das System hört nicht auf, wenn du erwachsen wirst.
Der Körper lebt es weiter.

Es zeigt sich in:

  • ständiger innerer Anspannung   

  •  Erschöpfung trotz Ruhe

  •  Überanpassung

  •  Angst vor Ablehnung

  •  Überverantwortung

  •  Schwierigkeiten, Bedürfnisse zu fühlen

  •  Misstrauen gegenüber der eigenen Wahrnehmung

  •  chronischem „Ich funktioniere einfach“

  •  einem Selbstwert, der an Leistung hängt

Von außen wirkt das stabil.
Von innen ist es die Fortsetzung des Spiegelkabinetts.

Der Wendepunkt

Der Moment, in dem du erkennst: Diese Spiegel hatten nie etwas mit dir zu tun

Der entscheidende Schritt ist nicht, die Vergangenheit in allen Details zu analysieren.
Der Schritt ist: die Verzerrung zu erkennen.

Die Klarheit sieht so aus:

Das war Missbrauch.
Das war emotionale Vernachlässigung.
Das hat meine Wahrnehmung geprägt – aber es hat niemals mein Wesen definiert.

 

Du begreifst:

       Die Scham gehörte nicht dir.
       Die Schuld wurde dir übertragen.
       Die Anspannung war Schutz, kein Fehler.
       Der Selbstzweifel war gelernt, nicht angeboren.
       Die Anpassung war Überleben, nicht Identität.

Dieser Moment ist wie ein inneres Aufwachen:
Ich habe auf Spiegel reagiert, die nicht mein Spiegelbild zeigten.

Was möglich wird, wenn du das Spiegelkabinett erkennst

Wenn der Körper nicht mehr auf alte Gefahr reagieren muss

Es geht nicht darum, die Vergangenheit schönzureden.
Es geht darum zu verstehen, worauf dein Körper reagiert – und warum.

Wenn du erkennst, dass dein System damals verzerrt war, passiert Folgendes:

  • der Atem wird ruhiger     

  • innere Spannung lässt etwas nach

  • du musst dich weniger rechtfertigen

  • Grenzen fühlen sich weniger gefährlich an

  • du orientierst dich weniger an äußeren Erwartungen

  • du reagierst weniger automatisch

  • du wirst klarer darin, was du fühlst und willst

  • dein Selbstwert entsteht aus deiner eigenen Erfahrung

Unter allem liegt dein wahres Ich.
Ein Ich, das nicht versuchen muss zu überleben,

sondern frei ist zu leben.

Ein Ich, das im Spiegelkabinett nie

vollständig sichtbar war –
und das jetzt Raum bekommt,

Schritt für Schritt, ohne Druck.

Wenn du spürst, dass es Zeit ist, aus den alten Spiegeln herauszutreten und dich selbst jenseits der alten Bilder zu entdecken, kann dieser Weg sanft beginnen.

Die 7 Schritte zeigen dir, wie du dich liebevoll aus den alten Mustern löst und deinem inneren Kind einen neuen, sicheren Raum schenkst – dort, wo du dich wieder ganz fühlen darfst.

💫 Zu den 7 Schritten

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