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Wenn du lernst, dich selbst ernst zu nehmen – das Leben nach emotionalem Missbrauch beginnt im Heute

Viele Frauen, die in ihrer Kindheit emotionalen Missbrauch, Ignoranz oder ständige Abwertung erlebt haben, tragen eine Wahrheit in sich, die nie ausgesprochen wurde: Sie haben nie gelernt, dass ihre Gefühle Gewicht haben. Sie haben nie erlebt, dass jemand innehält, zuhört, nachfragt, wahrnimmt.

Und so entsteht ein inneres Muster, das sich durch das ganze Erwachsenenleben zieht: Du spürst etwas – aber bevor dieses Gefühl überhaupt Raum bekommt, erklärst du dir selbst, warum es nicht wichtig ist.


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Doch ein Leben nach emotionalem Missbrauch beginnt genau dort, wo du zum ersten Mal sagst: „Ich nehme mich ernst. Was ich fühle, zählt.“


Das ist kein lauter Moment. Es ist ein stiller innerer Wendepunkt.



Warum es so schwer ist, sich selbst ernst zu nehmen

Nach emotionaler Vernachlässigung oder narzisstischem Missbrauch entsteht oft ein verzerrtes inneres Bild:


  • „Meine Gefühle sind störend.“

  • „Ich darf nichts erwarten.“–

  • „Ich mache es nur schlimmer, wenn ich mich zeige.“–

  • „Ich muss funktionieren, sonst werde ich abgelehnt.“


Diese Überzeugungen sind keine bewussten Entscheidungen.

Sie sind Überlebensstrategien, die du als Kind gebraucht hast, um in einem emotional unsicheren Umfeld klarzukommen.


Als Kind war es sicherer


  • zu spüren, was andere brauchen statt was du brauchst

  • sich nicht aufzulehnen

  • Konflikte zu vermeiden

  • dich selbst zurückzustellen


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Das Gefühl „Ich darf mich ernst nehmen“ hat damals keinen Platz gefunden. Es wirkt

aber bis heute nach – in Beziehungen, im Job, in der Art, wie du Entscheidungen triffst, wie du auftauchst, wie du deine Grenzen ziehst.






Wie dieses alte Muster sich im Erwachsenenleben zeigt


Es gibt drei typische Reaktionen, die viele Frauen teilen:

1. Du redest deine Gefühle klein

Sobald ein Unbehagen auftaucht, sagst du dir innerlich: „Ach, egal, ich übertreibe. “Das ist nicht Schwäche. Das ist ein erlerntes Schutzprogramm.


2. Du triffst keine klare Entscheidung

Nicht, weil du nicht weißt, was du willst. Sondern weil du spürst: „Wenn ich mich festlege, könnte ich Schuld bekommen oder jemanden enttäuschen.“


3. Du passt dich an, bevor du überhaupt spürst, was du willst

Du fühlst den Raum, liest die Stimmung, kalkulierst die Wirkung – und reagierst danach. Deine eigenen Bedürfnisse kommen erst ganz zum Schluss.

Diese Muster sind nicht falsch. Sie haben dich getragen. Aber sie passen nicht mehr zu dem Leben, das du heute führen möchtest.



Was es wirklich bedeutet, dich selbst ernst zu nehmen


Sich selbst ernst zu nehmen ist kein großes Projekt. Es ist auch keine Rebellion.

Es ist etwas viel Tieferes und Feineres:

Es ist die Bereitschaft, dich selbst zu hören, bevor du dich erklärst.

Es bedeutet:

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  • Du nimmst das erste Gefühl wahr, ohne es sofort zu korrigieren.

  • Du sagst „nein“, auch wenn dein Herz zittert.

  • Du erlaubst dir Wünsche, auch wenn du dich dabei ungewohnt fühlst.

  • Du bleibst bei deinem inneren Empfinden, auch wenn andere es nicht verstehen.

  • Du hörst auf, deine Wahrheit zu minimieren, um lieb zu bleiben.


Das ist kein Egoismus, sondern innere Reifung.



Wie sich ein Leben verändert, wenn du dich ernst nimmst


Viele Frauen berichten, dass plötzlich Dinge passieren, die sie früher für unmöglich hielten:


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  • Gespräche werden klarer.

  • Entscheidungen werden leichter.

  • Beziehungen fühlen sich echter an – oder sortieren sich.

  • Der Körper wird ruhiger, weil er nicht mehr ständig gegen sich selbst leben muss.

  • Sie beginnen, sich selbst zu spüren – nicht erst nach allen anderen.



Innere Ehrlichkeit schafft äußere Klarheit. Es geht nicht darum, perfekt zu werden. Es geht darum, auf deiner eigenen Seite zu stehen.

Das ist der Anfang eines neuen Lebens.



Eine kleine Übung, die alles verändern kann


Frag dich heute nur:

Was wäre die kleinste Handlung, mit der ich mir heute zeige, dass ich wichtig bin?“

Wichtig: nicht die größte. Die kleinste.


Vielleicht:

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  • fünf Minuten atmen, bevor du dich in den Tag wirfst

  • eine Nachricht nicht sofort beantworten

  • ein Bedürfnis anerkennen, ohne es zu rechtfertigen

  • ein Nein sagen, auch wenn deine Stimme leise ist

  • eine Pause machen, bevor der Körper dich zwingt


Diese Mini-Handlungen schreiben neue innere Sätze. Sätze wie:

  • „Ich darf mich spüren.“

  • „Ich nehme mich ernst.“

  • „Ich gehöre zu mir.“



Ein neuer Anfang muss nicht laut sein


Viele Frauen glauben, Heilung müsse groß, tief, transformativ sein. Aber das stimmt nicht.

Heilung beginnt in winzigen Bewegungen.

In einem Moment, in dem du dein Gefühl nicht wieder wegdrückst.

In dem du dich selbst nicht im Stich lässt.

In dem du dir glaubst.


Ein Leben nach emotionalem Missbrauch bedeutet nicht, dass die Vergangenheit weg ist. Es bedeutet, dass du heute einen neuen inneren Boden legst.


Einen Boden, auf dem du stehen kannst.

Einen Boden, der dir gehört.

Einen Boden, der dich trägt.



Wenn du besser verstehen möchtest, welche alten Muster noch in dir wirken, kannst du den Selbsttest machen.

Er hilft dir einzuordnen, was dich geprägt hat – ganz ohne Bewertung.



Und wenn du dein inneres Kind stärken möchtest, findest du in den 7 Schritten kleine Wege zurück zu dir.

Sanft, einfach, alltagstauglich.


 
 
 

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